Der reformatorische Bildersturm und die Schriftaltäre im Amt Bederkesa

In seinem historischen Vortrag am 24. Oktober in unserer Kirche wird der Ruhestandspastor Johannes Göhler darlegen, wie man auch in unseren Breiten vielfach die mittelalterliche Kirchenkunst radikal entfernt und die vorhandenen Altartafeln neu gestaltet hat. In Holßel stand mehr 240 Jahre lang auf einem Feldsteinaltar ein dreifach gegliederter Schriftaltar. Hier konnte die Gemeinde nach reformiertem Herkommen allsonntäglich die 10 Gebote lesen. Zuvor müssen hier Bilddarstellungen mit dem Apostel Jakobus gestanden haben.
Was ist in Holßel und im ganzen Amt Bederkesa mit dem Inneren der Kirchen geschehen? Nun weiß man von den calvinistischen Kreuzstürmern in Bremen, dass diese im Jahre 1582 n. Chr. die dortigen Stadtkirchen mit allen Bilddarstellungen ausräumten und zerstörten. Man wollte keine götzendienerischen Objekte mehr im Gotteshaus haben. An deren Stelle traten die einzigartigen Katechismus-Schriftaltäre im Amt Bederkesa. Sie sind in Ringstedt und Flögeln komplett erhalten geblieben, sichere Nachrichten haben wir aus Debstedt, Lehe und Holßel.
Am Ende des Bildvortrages von Johannes Göhler wird die Frage stehen: Sind bildliche Darstellungen von Szenen der Bibel nicht doch eine Hilfe zum Glauben oder bleibt es bei dem kategorischen Nein der reformierten Tradition: »Fort  mit den Bildern – das Wort genügt!« Der Vortrag steht auch im Zeichen der vielfältigen Veranstaltungen zum 500-jährigen Gedenken der Reformation.

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